Punta Arenas

Angeblich soll es ja Reiseglück bringen, den blitzeblank „geknutschten“ Fuß des Indianers an der großen Magellan Statue auf der Plaza de Armas in Punta Arenas zu küssen. Ich befürchte jedoch, dass ein solcher Kuss viel eher zu einer Infizierung mit irgendeinem dubiosen Virus führen dürfte. Daher verzichte ich mutig und vertraue für die bevorstehende Expedition in die Antarktis auf mein allgemeines Glück.

Wobei wirklich Glück haben wir an diesem Tag leider nicht. Es ist Sonntag im Süden Feuerlands. Unsere Ausrüstung ist bereits überprüft und eingecheckt, und die Antarktis Einweisung steht erst am Nachmittag auf dem Programm. Also der perfekte Zeitpunkt für einen leckeren gemütlichen Kaffee mit ein paar Schleckereien. Aber es ist Sonntag. In Punta Arenas. Was bedeutet, wie wir schmerzhaft lernen, dass auch keine Restaurants, Bars und Kaffees geöffnet haben. Am Sonntag. Doch unsere Sucht nach den koffeinhaltigen Bohnen ist so groß, dass wir nicht aufgeben und nach einer gefühlten Ewigkeit und müden Füßen tatsächlich eine geöffnete Lokalität auftreiben. Die Shackleton Bar. Wir verweilen zwei Stunden, umrahmt von jeder Menge Erinnerungen an und Fotos des großen Polarforschers (der jedoch nie in diesem Hotel übernachtet hat), bei einem ausgesprochen guten Kaffee. Also natürlich bei mehreren ausgesprochen guten Kaffees.

Auch ansonsten hat das schachbrettartig angelegte Punta Arenas nicht viel, heißt eigentlich überhaupt nichts zu bieten. Okay, es gibt ein paar hübschen Wandmalereien, den Blick aufs Meer und eine ganz passable Burger Bude. Dies aber meist bei Wind, Regen und tiefen Temperaturen.

Ich bin daher mehr als froh, als wir am nächsten Tag diesen für mich langweiligsten Ort auf unserem Planeten verlassen und endlich in Richtung Abenteuer Antarktis aufbrechen.

-> weiterlesen (Anreise mit der Iljushin)

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