Anreise mit der Iljuschin IL76

Ein Biest und für mich die Königin der Flugzeuge: die Iljuschin IL-76. Laut, stark, schnell, gewaltig.

Eigentlich eine Frachtmaschine sitzen wir eingeengt auf ein paar lieblos eingebauten Sitzreihen mit Platz für knapp 60 Passagiere. Außer zwei winzigen Bullaugen gibt es keinerlei Fenster, eine Kranvorrichtung hängt bedrohlich über uns, überall nur Blech und der gefühlte Komfort bei maximal 10 Prozent. Hinter uns, nur durch einen Vorhang abgetrennt, liegt die Fracht. Unser Gepäck, Lebensmittel, Benzin und einfach alles, was für das Leben in der Antarktis notwendig ist. Nur der riesige Flatscreen vor dem Cockpit passt so gar nicht ins Bild. Über ihn werden wir vom Kapitän mit Informationen versorgt. Lesen können wir nämlich – im Gegensatz zum Hören. Die Motoren brüllen so laut, dass sogar Ohrenstopfen verteilt werden, um den Geräuschpegel halbwegs erträglich zu gestalten.

Und dann der urgewaltige Start. Das Kraftpaket schnellt nach vorne und presst uns in die Sitze, nur um sich wenig später mühelos in die Höhe zu schrauben. Wir können dies sogar live auf dem großen Bildschirm via Übertragung aus dem Cockpit mitverfolgen.

In der Luft verteilt der Lademeister künstlichen Fruchtsaft und dick belegte Sandwichs. Und auf dem Schirm erscheinen Richard Gere und Pretty Woman Julia Roberts – natürlich ohne Ton sondern mit Untertitel. Doch die meisten von uns Polarreisenden schlafen oder ruhen in angespannter Vorfreude, was uns wohl auf dem kältesten, windigsten und trockensten Kontinent erwarten wird.

Knapp eine Stunde vor der Landung wird die Temperatur in der Maschine von kühl auf extra kalt gesenkt. Anpassung an die antarktischen Temperaturen. Also Mütze auf, Jacke und Handschuhe an und schon einmal ein wenig vorfrieren.

Nach viereinhalb Stunden Flug setzt die Iljuschin dann erstaunlich weich auf, um gefühlt nach nur wenigen Metern zum Stehen zu kommen. Und das auf einer Landebahn komplett aus blankem Eis bestehend, der sogenannten Union Glacier Blue-Ice-Runway.

Ich setze meine Sonnenbrille auf, steige mit meinen dicken Polarschuhen die steile Leiter hinab und betrete vorsichtig das spiegelglatte Eis. Das Abenteuer Antarktis kann beginnen – wobei, mit diesem unglaublichen Flugzeug hat es ja schon längst begonnen.

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Basler DC3

Über den Flug mit einer Basler DC3 zum Mount Sidley findet Ihr in Kürze hier auch etwas.

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