Äthiopien

Unmenschliche Lebensbedingungen und außerirdische Landschaften!

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Die Danakil Senke

Schon seit langem war eine Tour zum Lavasee Erta Ale ein großer Traum von mir. Das Land in dem er liegt, Äthiopien, war mir ausnahmsweise eigentlich mehr oder weniger egal. Mich hat zwar in der Vorbereitung das Buch von Rüdiger Nehberg über seinen unglaublichen Trip zu Fuß durch die Danakil Wüste sehr beeindruckt, doch irgendwie konnte (und wollte) ich mit einer Kultur, in der ein Menschenleben nichts zählt, wenig anfangen.

Doch dann kam alles anders. Das Leben der Afar in dieser extremen Gegend hat einen sehr nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen wie so bisher noch kein Erlebnis auf einer meiner vielen Reisen. Nun kann ich den dort gefühlt fehlenden Wert des Lebens sehr gut nachvollziehen, und der „Schock“ einer weißen gebügelten Tischdecke in einem guten Restaurant nach einigen Tagen inmitten des täglichen Kampfes ums Überleben wird mich mein Leben lang verfolgen.

Folgend anhand meiner Lieblingsfotos von der Tour ein kleiner Einblick in diesen lebensfeindlichen und doch so farbenfrohen Flecken Erde.

Dallol Vulkan

Inmitten dieser lebensfeindlichen Umgebung liegen fantastische Landschaften. Unglaublich sind zum Beispiel die Farben am außerirdisch wirkenden Dallol Vulkan. Diese resultieren aus heißem Grundwasser welches beim Aufsteigen durch die 1.000 m dicken Salzschichten Mineralien wie Schwefel und Kaliumsalze auflöst – in der Afar Sprache bedeutet das Wort Dallol Auflösung – und diese dann an der Oberfläche farbenfroh in Rot, Gelb und Weiß ablagert.

Lavasee Erta Ale

In dieser politisch sehr instabilen Region liegt auch der, in den 60iger Jahren von Rüdiger Nehberg unter größter Anstrengung zu Fuß erreichte, nur 600m hohe Vulkan Erta Ale. Der Erta Ale ist einer der sehr wenigen Vulkane weltweit mit einem ständigen Lavasee.

Für mich außerdem der ultimative Zeltplatz (das Foto ist in Kooperation mit Axel Köhler entstanden).

Das harte Leben der Afar Frauen

Die Danakil Wüste wird von dem Stamm der Afar besiedelt. Ein nomadisches Volk, welches hauptsächlich von der Viehzucht lebt. Die Afar Frauen sind dabei sehr selten zu sehen. Und wenn dann immer nur bei sehr harter Arbeit. Daher, und auch aufgrund der immer noch teilweise praktizierten das komplette Leben schmerzenden Genitalbeschneidung, haben wir sie niemals lächeln sehen.

Dürre

Die Ende 2015 ausgefallene Regenzeit hat zu einer extremen Dürre besonders auch in der Danakil Region geführt. Die hier lebenden Afar mussten mit ihren Herden, wie der auf dem Foto zu sehende Hirtenjunge, weite Wege zu den wenigen noch vorhandenen Wasserstellen zurück legen.

Nicht nur die Menschen, auch die Tiere waren sehr ausgehungert und abgemagert. Ihnen blieb häufig nichts anderes übrig, als sich durch den überall herumliegenden Müll zu ernähren.

Behausung

Viele Afar leben in den ärmlichsten, aus Müll „zusammen geschraubten“, Behausungen. Jeweils ganze Großfamilien auf engstem Raum.

Salzhandel

Neben der Viehzucht leben viele Afar von dem Salzhandel. Das Salz wird unterhalb des Meeresspiegels bei extremen Temperaturen – wir haben eine Bodentemperatur von über 50 Grad gemessen / in der Danakil Senke wurden die höchsten durchschnittlichen Jahrestemperaturen der Erde registriert – unter unvorstellbaren Bedingungen abgebaut. Das aggressive Salz greift die Haut an, die Werkzeuge sind primitiv und die Männer arbeiten ohne Trinkwasser. Auch die Esel und Kamele der Karawanen sind abgemagert und werden sehr schlecht behandelt.

Bedroht ist diese Einnahmequelle durch einen geplanten maschinellen Abbau durch ausländische Investoren. Eine Fabrik und Pipelines stehen schon. Die Straße bis an den Rand der Salzwüste wurde im vergangenen Jahr fertig gestellt, in wenigen Monaten wird sie direkt bis zu dem Abbau Gebiet führen. Eine Alternative für die Afar gibt es nicht.