Als vor längerer Zeit das neue M.Zuiko 8-25mm f4 Pro Objektiv auf der Olympus Roadmap auftauchte war mein erster Gedanke: Wer braucht denn so etwas? Für Landschaft mag ich mein 7-14er, für die Reise das 12-100er (alternativ das lichtstärkere 12-40). Dazu habe ich auch noch das manuelle 7.5er f2 von Laowa, insbesondere für Nachtaufnahmen.

Ich habe das ehrlicherweise so lange gedacht, bis ich die Tage das 8-25er in meinen Händen gehalten habe und es ein wenig testen durfte. Und gebe hiermit offen zu, dass ich mich getäuscht habe 🙂 Dieses Objektiv hat definitiv seine Berechtigung.

Der Brennweitenbereich ist erstaunlich gut und ausreichend. Bei meinem Workshop im Lapadu Duisburg im Rahmen der diesjährigen Photo&Adventure habe ich mir selten mehr Brennweite gewünscht (klar, ein 5mm – 500mm bei Lichtstärke 2 und ultrakompakt wäre besser 😉 ).

Die Haptik ist, wie von der PRO Serie gewohnt, prima und das Aus-/Einfahren des Objektivs kurz gewöhnungsbedürftig, schnell aber ein Automatismus. 

Eine der spannendsten Fragen war für mich das Thema Sonnenstern oder besser Blendenstern. Da ist das 7-14er (Bauart bedingt) doch sehr anfällig, mein einzig wirklicher Kritikpunkt an diesem ansonsten genialen Landschafts-Zoomobjektiv.

Die symmetrisch angeordneten roten Punkte produziert das 8-25 leider auch in direkten Gegenlichtsituationen, aber gedämpfter (bei dem Laowa kenne ich das nicht). Aber ansonsten sind so gut wie keine Reflexionen zu erkennen – das Laowa schneidet hier ein wenig schlechter ab, aber vielleicht hätte ich es auch einfach besser putzen sollen 😉 – und auch der Sonnenstern zeigt sich etwas ausgewogener. Diesen Vergleich gewinnt das 8-25 um Längen, top!

Die auch vom 7-14er bekannten Blendensterne, wenn sich die Lichtquelle gar nicht im Bild befindet, habe ich leider vergessen zu testen. Im Rahmen meiner Tests sind sie mir zumindest im Sucher nicht aufgefallen.

Die Outdoor proofed Fähigkeit habe ich ausnahmsweise mal noch nicht getestet, gehe aber davon aus, dass diese identisch ist mit der der anderen Pro Objektive. Und irgendwann werde ich das 8-25er sicher auch mal in Matsch, Schnee, Eis, Sand, Hitze oder im Backofen testen 🙂

Zum Thema stürzende Linien, Randabschattung, Verzeichnung, Tiefenschärfe schaut Euch am besten die Beispielbilder an und macht Euch selber ein Bild. An dieser Stelle hat ja jeder unterschiedliche Geschmäcker und Anforderungen. (Update: Die Bilder mit dem 7-14er habe ich auch bei ungefähr 8mm gemacht, nicht mit den maximalen 7mm zwecks fairem Vergleich bei 8mm 😉 )

Alle Testbilder sind unbearbeitet ooc, ich habe nur in JPG umgewandelt. Die Bilder hier auf der Website sind dann noch kleiner gerechnet, Ihr könnt Euch aber gerne zur eigenen Verwendung! die Dateien (mit noch ein paar zusätzlichen Bildern) in Originalgröße HIER LADEN. (Update: Ja, ich muss wohl mal ans Objektiv gekommen sein. Eigentlich sollte der Fokuspunkt immer auf dem Flaschenbügel links sitzen 😉 )

Ein weiterer großer Vorteil des 8-25 (wie auch dem Laowa) ist die Möglichkeit, Filter zu verwenden. In diesem Fall mit einem Durchmesser von 72mm analog z.B. zu dem 12-100mm. Wobei ich selber nicht mit Filtern arbeite, und das entsprechend daher auch nicht getestet habe.

Vom Preis her wird das 8-25er für 999 Euro auf der Olympus Seite angeboten, das 7-14er für 1.199 Euro und das Laowa hat einen UVP von 665 Euro oder so. 

Info: Von dem Laowa wird es in Kürze eine überarbeitete Version mit Motor geben, so dass die Blende dann über die Kamera eingestellt werden kann.

Als Ergänzung zu diesen Objektiven bieten sich übrigens das 12-40, 45 oder 100 Pro an. Dazu habe ich HIER einen kurzen Vergleich aufgestellt.

FAZIT: Aus meiner Sicht ist das 8-25er Pro Objektiv ein perfekter Allrounder für die Reise, Landschaft, Architektur, Street und sehr variabel einsetzbar. Einzig für etwas mehr Brennweite bzw. insbesondere Lichtstärke (Nachthimmel, Innenaufnahmen etc.) empfehle ich weiterhin das 7-14er Pro oder das ultrakompakte 7.5er Laowa (welches allerdings nicht so Outdoor geschützt ist).