Die Venus gehört zu den Gesteinsplaneten und ist fast so groß wie unsere Erde. In vieler Hinsicht gilt die Venus als „Schwesterplanet“ oder „heißer Zwilling“ der Erde: Sie ist etwa gleich groß und im Inneren ähnlich aufgebaut. Zwei Milliarden Jahre lang könnte sie sogar ähnlich kühl und lebensfreundlich wie unser Heimatplanet gewesen sein.

Zu dieser Zeit war die Leuchtkraft der Sonne noch deutlich geringer als heute und es auf der Ur-Venus somit weitaus kühler. Damals gab es wahrscheinlich sogar Wasser auf diesem Planeten. Doch aufgrund kosmischer Einschläge, heftigem Vulkanismus und zunehmender Sonnenstrahlung setzte aber irgendwann ein Treibhauseffekt ein, welcher das Wasser verdampfen und vom Sonnenwind aus der Hochatmosphäre herausblasen lies.

Daher kann man die Venus heute wohl mit Recht den „höllischsten“ Planeten nennen. Die Atmosphäre der Venus besitzt eine etwa 20 km dicke, vollkommen geschlossene Wolkendecke aus der es ätzende Schwefelsäure regnet. Durch diese dichte Atmosphäre steigen die Temperaturen am Tag auf 460 Grad. Die Sichtweite beträgt gerade einmal einen Kilometer und der Druck auf der Oberfläche entspricht dem Druck auf der Erde auf rund 900 Meter Meerestiefe.

Nicht die besten Bedingungen für uns Menschen, was gerade ich besonders schade finde, denn auf der Venus gibt es höchstwahrscheinlich jede Menge aktive Vulkane. Eventuell sogar in Verbindung mit einer Art Tektonik wie auf unserer Erde. Diese Fragen gehören zu den mit am meisten diskutierten Fragen der Planetenforschung.

Vielversprechende Hinweise auf aktive Vulkane haben die Daten der ESA-Sonde Venus Express geliefert. Die Sonde beobachtete immer wieder auffallende Hotspots auf der Venusoberfläche, wovon einige innerhalb von Tagen ihre Temperatur zu ändern schienen. 

Zudem wurde vor ein paar Jahren ein dramatischer Anstieg der Konzentration von Schwefeldioxid in der oberen Venusatmosphäre gemessen, gefolgt von einem langsamen Abfall. Ursache dafür könnte der vermutetete Vulkanismus sein, denn Vulkane können eine Atmosphäre mit großen Mengen an Schwefeldioxid anreichern. 

Auch deuten einige Modelle der Planetenentwicklung daraufhin, dass die Oberfläche der Venus vor etwa 500 Millionen Jahren durch eine gewaltige Lavaflut komplett umgestaltet wurde.

Gerne würde ich das natürlich mit meinen eigenen Augen überprüfen. Doch die dichte Wolkendecke lässt auch durch ein starkes Teleskop leider keinen Blick auf die Venus Oberfläche zu. Und eine Reise zu unserem Schwesterplaneten scheidet aus diversen Gründen dummerweise auch aus. 

Fotografisch spannend wäre außerdem, dass der Himmel über der Venus irgendwo in dem Farbspektrum zwischen orangerot und gelbgrün liegt. Wirklich wissen und sehen werde ich das niemals, doch ich habe in meinem Archiv ein paar Bilder vom Kilauea Vulkan auf Hawaii gefunden, die meinen Vorstellungen (alle Farben der Fotos sind real, nur auf dem Titelbild habe ich den Himmel bewusst grünlich eingefärbt) von diesem höllischen Ort sehr nahe kommen.