Das meistfotografierte Motiv am Nachthimmel ist sicherlich unser guter alter Mond – mehr zu der Mondfotografie findet Ihr bei Interesse HIER.

Interessanterweise hat die Entstehung des Mondes zum einen beinahe dazu geführt, dass es unsere Erde und somit auch uns gar nicht gegeben hätte. Zum anderen aber auch gerade dazu, dass sich das Leben wie wir es kennen auf der Erde hat entwickeln können:

Vor ungefähr 4,5 Milliarden Jahren schlug ein Theia genannter Planet von ungefähr der Größe des Mars – ungefähr die Hälfte des Erddurchmessers von 12.765 Kilometern – auf der jungen, noch feurigen Erde ein. Dies führte zu einem gigantischen Feuerwerk, wobei sich aus dem in den Orbit geschleuderten Material nach einer Theorie zuerst ein Ring – ähnlich wie bei dem für mich schönsten Planeten unseres Sonnensystems, dem Saturn – um die Erde bildete. Dieser verschmolz im Laufe von geschätzten zehn Millionen Jahre dann zu unserem Mond. Mit einer Größe von 3.474 Kilometern im Durchmesser. Dabei ist er allerdings ein ‚Leichtgewicht’ mit nur ungefähr 1/81 der Erdmasse.

Ein Leichtgewicht, ohne den es wahrscheinlich überhaupt kein Leben auf der Erde geben würde. Zum einen stabilisiert der Mond die Erdachse, was überhaupt nur zu den uns bekannten Jahreszeiten und milden Temperaturen führt. Zum anderen würde sich die Erde ohne die Bremskraft des Mondes schneller drehen und unsere Tage wären deutlich kürzer.

Eine besonders wichtige Rolle für die Entstehung des Lebens haben vermutlich jedoch die, durch die Anziehungskraft des Mondes bedingten Gezeiten, gespielt. In den je nach Ebbe oder Flut mit Wasser versorgten Ufern können sehr hohe Konzentrationen von Nährstoffen auftreten und dazu beigetragen haben, dass sich ein erstes zartes Leben entwickeln konnte. Wobei diese Gezeiten kurz nach der Geburt des Mondes gigantisch gewesen sein müssen. Anfangs zog der Mond nämlich seine Bahnen in einer Distanz von nur etwa 200.000 Kilometern, der Hälfte seiner heutigen Entfernung von 384.400 Kilometern. Die dadurch deutlich stärkere Gravitation müsste die Meere an den Küsten über Hunderte Kilometer hin und her bewegt haben.

Durch die größere Nähe zur Erde wäre der Mond damals ein noch viel spannenderes Himmelsschauspiel als heutzutage gewesen. Wissenschaftler schätzen, dass er damals ungefähr drei Mal so groß wie heute am Himmel geleuchtet haben muss. 

Heute sieht der Mond übrigens genauso groß am Himmel aus wie die Sonne. Das liegt daran, dass die Sonne zwar 400 mal so groß ist wie der Mond, aber auch 400 mal so weit entfernt ist. Witziger Zufall.

Von der Erde aus sehen wir immer nur eine Seite des Mondes. Dies liegt daran, dass die sogenannten Gezeitenkräfte die Rotation des Mondes so weit abgebremst haben, dass sich der Mond genauso schnell um die Erde dreht wie um sich selbst, nämlich 29,5 Tage. Auf der Südhalbkugel scheint der Mond dabei übrigens für uns Europäer auf dem Kopf zu stehen.

Da immer nur diese eine Mondhälfte zur Erde zeigt, gibt es auf dem Mond keinen Erdauf- oder -untergang. Das berühmte Foto des Erdaufgangs der NASA-Astronauten ist damit allerdings kein Fake, sondern einfach nur an Bord der Apollo 8 entstanden, deren Bewegung für den Erdaufgang sorgte.

Die Mondatmosphäre ist so dünn, dass Schallwellen nicht übertragen werden und keine Gashülle den Blick zum Himmel trübt. Auf dem Mond herrscht also ewige Stille, und der Himmel ist das Weltall und daher einfach nur schwarz. Mit dem schönen Effekt, dass sich an diesem doppelt so viele Sterne und vor allem auch flackerfrei zeigen.

Apropos Blick, von der Erde aus scheint der Mond nur aus grauem Material zu bestehen. In Wirklichkeit gibt es jedoch je nach Struktur der Oberfläche unterschiedlich stark ausgeprägte Farbvariantionen von blau bis braun, welche auch fotografisch sichtbar gemacht werden können – eines der vielen Projekte auf meiner langen Fotoliste 😉