Da ich im Moment ja leider nicht reisen darf habe ich mir einfach einmal ein Motiv gesucht, welches ich prima und entspannt von zu Hause aus fotografieren kann. Wobei dieses Motiv in der Tat auch ganz oben auf meiner Reiseliste steht – der Mond. Spannende Fakten zum Mond lest Ihr bei Interesse gerne HIER.

Ein Motiv, welches sich jedoch schnell als viel schwieriger als gedacht herausstellt und mich gerade in die komplexen Tiefen der Astrofotografie eintauchen lässt. 

Aber von Anfang an: Für die Mondfotografie habe ich mir das 300er F4 IS Pro Objektiv von Olympus geliehen, zusammen mit dem 2fach Telekopierter MC20.

Das ergibt eine Brennweite von 600mm, umgerechnet in KB 1200mm. Damit bekomme ich den Mond schon fast formatfüllend aufs Bild.

Für die maximal mögliche Auflösung und Schärfe meiner MFT-Kamera habe ich die meisten Bilder im sogenannten HighRes-Modus fotografiert. Relativ schnell habe ich damit ein ganz brauchbares Ergebnis produzieren können. Folgende Dinge habe ich dabei gelernt:

Der Autofokus funktioniert eigentlich ganz gut, aber am Ende habe ich mich dann doch für ein manuelles Fokussieren mit der Unterstützung von Focus Peaking und 10fach Vergrößerung (Einstellung im Menü unter MF-Assistent bzw. habe ich mir mittlerweile die Vergrößerung via dem Menü B1 Tastenfunktion auf eine Taste gelegt) entschieden.

Der fast voller Mond ist zwar so hell, dass er auch aus der Hand fotografiert werden kann. Ein stabiles Stativ (ich verwende mittlerweile Stative von Leofoto) macht aber trotzdem viel Sinn für den Olympus HighRes Modus wie auch Serienaufnahmen und Filme, welche die Basis für die weitere Bearbeitung in speziellen Stacking-Programmen sind – dazu mehr demnächst in einem zweiten ‚Mond-Beitrag‘.

Am Stativ unbedingt mit Fernauslöser arbeiten. Bei langen Brennweiten sorgt schon die kleinste Verwacklung beim direkten Drücken des Auslösers für eine Unschärfe.

Fester Untergrund, unser Balkon mit Holzbelag hat z.B. auch für Unschärfen gesorgt.

Bildstabilisierung ausschalten.

Auf eine klare Sicht ohne Schleierwolken achten. Großstädte, Lichtverschmutzung sowie Luftverwirbelungen spielen allerdings keine ganz so große Rolle wie bei der weiterführenden Astro-/Deep-Sky Fotografie. Wobei natürlich auch hier gilt, dass je besser die Umweltbedingungen sind, desto besser wird das Ergebnis. Beachtet dabei auch, dass die atmosphärischen Störungen größer werden, je näher der Mond am Horizont steht.

Mein 300er Objektiv hat die feste Blende 4 bzw. 8 bei der Verwendung des 2fach Konverters. Was gut passt, da ich die (plus minus) Blende 8 generell für eine scharfe Abbildung des Mondes empfehle.

Den fast vollen Mond konnte ich mit ISO 200 und 1/800 Sekunden belichten. Je kleiner die beleuchtete Sichel ist, desto länger werden natürlich die Belichtungszeiten und die Gefahr einer Bewegungsunschärfe, unser Mond bewegt sich mit lässigen 1 km/s, steigt. Eine Tabelle zu den maximal möglichen Belichtungszeiten in Abhängigkeit der Brennweite findet Ihr HIER.

Aus meiner Sicht am fotogensten ist der Mond übrigens ein paar Tage nach Neumond. In dieser Zeit kommen die Mondkrater besonders deutlich zur Geltung. Der Vollmond hingegen wirkt durch die frontale Bescheinung ziemlich flach.

Für die Bestimmung der Mondphasen, Position am Himmel, Zeit von Auf- und Untergang gibt es mittlerweile unendliche viele Apps für jede Art von Plattform, hier empfehle ich Google zur Auswahl 😉 Ich verwende z.B. astronomie.info wie auch mondverlauf.de.

Bei der Bildbearbeitung habe ich die Sättigung reduziert in Richtung schwarz-weiß und den Kontrast wie auch die Schärfe erhöht. In der Realität hat der Mondstaub Regolith eine ähnliche Farbe wie Beton. 

Sieht im Bildergebnis nicht schlecht aus. So 100%ig zufrieden bin ich allerdings nicht, insbesondere im Hinblick auf die Schärfe. 

Mit einer kurzen Recherche zu dem Making Of wirklich knackiger Mondaufnahmen musste ich dann schnell lernen, dass ich – außer bei wirklich perfekten Bedingungen – an dieser Stelle mit einer Einzelaufnahme nicht viel weiter komme. 

Im nächsten Schritt werde ich mich daher mit dem Thema Stacking beschäftigen (müssen). Es gibt dafür spezielle Programme wie z.B. Autostakkert, welche aus vielen (1000 und mehr) Aufnahmen oder noch besser Filmsequenzen die jeweils schärfsten Bilder bzw. Bildanteile zu einem einzigen Bild verrechnen.

Wie diese Programme genau funktionieren, wie man sie auf einem Mac zum Laufen bekommt und wie die Ergebnisse aussehen werde ich so bald wie möglich in einem zweiten Artikel über die Mondfotografie veröffentlichen.

Weitere Tipps rund um die Sternenfotografie findet Ihr HIER. Weitere Bilder und Ihre Geschichte HIER.