Im Rahmen meines aktuellen „Himmel und Hölle“ Projekts habe ich Anfang September das „Tor zur Hölle“ in Turkmenistan, den Krater von Derweze besucht.

Dazu hatte ich mir im Vorfeld überlegt, dass ich gerne „Himmel und Hölle“ in einem einzigen Bild zeigen würde. Meint das Tor zur Hölle unter einem fantastischen Sternenhimmel.

Fototechnisch war das allerdings gar nicht so einfach umzusetzen wie erhofft. Das aus dem Krater strömende, durch die heißen Flammen hell erleuchtete Gas sorgte dafür, das zum einen gar keine Sterne direkt über dem Krater zu sehen waren sowie zum anderen, dass das Bild schon nach wenigen Sekunden Belichtungszeit komplett ausgefressen und weiß ausgesehen hat. Keine Chance!

Entgegengesetzt zum Krater in Richtung Wüste zeigte sich der erhoffte einzigartige und unglaubliche Sternenhimmel. Nur war in dieser Richtung dann natürlich der Krater nicht zu sehen 😉

Was tun? Zum einen bin ich kein Photoshop Experte, zum anderen mag ich persönlich keine Composings, sondern bin ein Freund davon, meine Motive in eine einzige Belichtung zu packen.

Und das war zum Glück auch hier möglich: Ich habe meine Kamera (in dem Fall die E-M5 Mark III) auf den „Live Composite“ Modus und eine Basis-Belichtungszeit von 30 Sekunden gestellt. 

Zuerst habe ich dann in Richtung Krater und Zelte fotografiert. Während meine nette Assistentin Julie Toulouse die Kamera bedient hat, habe ich die beiden Zelte kurz von innen mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet. Direkt danach (ca. 20 Sekunden) habe ich Julie zugerufen „Deckel“. Dies war das Signal, dass sie – bei noch laufender Kamera! – den Objektivdeckel vorsichtig auf das Objektiv gesetzt hat.

Kurzer Check am Monitor: Zelte korrekt belichtet, Krater nicht zu hell sowie ausreichend Gas beleuchtet, perfekt. Also habe ich die Kamera auf dem Stativ um 180 Grad in Richtung der dunklen Nacht gedreht – die korrekte Höhe des Horizonts hatte ich vorher in ein paar Testaufnahmen ermittelt – , Objektivdeckel wieder ab und dann aus dieser Position die Kamera noch einmal deutlich über eine Stunde belichten lassen.

In der Bildbearbeitung habe ich mir dann einzig erlaubt, die wenigen Sternenspuren innerhalb des leuchtenden Gases wegzuretuschieren. Ansonsten ist das Bild aber quasi „out of camera“ und tatsächlich „2 in 1“.