Ich fotografiere unseren guten alten Mond am liebsten in den Tagen nach Neumond. Er steht dann als wunderschöne Sichel am Himmel und die Mondkrater kommen am deutlichsten zur Geltung – mehr zur generellen Mondfotografie veröffentliche ich in Kürze. 

Mond im Erdschein

Besonders spannend finde ich es in dieser Zeit kurz nach Neumond aber auch, dass der Mond eben nicht nur als Sichel zu sehen ist. Abhängig vom Winkel der Sonne ist der Rest des Mondes am Nachthimmel deutlich als graue Scheibe zu erkennen.

Dieses Phänomen nennt sich Erdschein. Das auf die Erde treffenden Sonnenlicht (auf der anderen Seite der Erdkugel ist es hellichter Tag) wird von der Erde in Richtung Mond reflektiert. Der es wiederum zu uns zurückwirft.

Fotografisch wird die Sichel bei einem solchen Motiv völlig überbelichtet, ergibt für mich aber ein ganz eigene Spannung.

Was uns elegant zu der nächsten Frage bringt, und zwar mit welchen Belichtungszeiten wir arbeiten können um Bewegungsunschärfen zu vermeiden. Der Mond, auch wenn man ihm es gar nicht ansieht, ist nämlich mit einer Geschwindigkeit von ungefähr einem Kilometer pro Sekunde! unterwegs.

Dafür habe ich einmal folgende Tabelle aufgestellt, jeweils bezogen auf eine KB Brennweite. Je nachdem mit welchem Kamerasystem Ihr arbeitet müsstet Ihr eventuell noch umrechnen. Das Olympus MFT System z.B. hat einen Verlängerungsfaktor von 2, heißt ein 25mm MFT Objektiv entspricht in der Tabelle einem 50mm KB Objektiv:

  • 28mm:  20s
  • 50mm:  10s
  • 100mm: 4s
  • 300mm: 1,5s
  • 500mm: 0,7s
  • 800mm: 0,25s
  • 1000mm: 0,2s
  • 1200 mm: 0,4s
  • 1500mm: 1/5s
  • 2000mm: 1/8s

Der andere helle Himmelskörper auf einigen der Bilder ist übrigens die Venus, über die und deren Fotografie ich HIER mehr erzähle.

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