Vulkanische Gewitter – auf Englisch „dirty thunderstorms“ – sind ein einmaliges und faszinierendes Naturphänomen und wurden bereits bei der Zerstörung von Pompeji berichtet. Wobei immer noch nicht restlos geklärt ist, wie Blitze bei einem Vulkanausbruch entstehen. 

Für mich sind diese vulkanischen Gewitter eines der beeindruckendsten Naturschauspiele, welche auf unserem Planeten zu beobachten sind. Wie zum Beispiel am Sakurajima Vulkan im Süden Japans. Ein Ausbruch beginnt dort mit einer fast schon gespenstischen Stille. Gefolgt von einem plötzlichen roten Glühen und einer gewaltigen Explosion, deren Schockwelle noch Kilometer entfernt zu spüren ist. Der dabei ausgeworfenen Lava folgen Unmengen feinster schwarzer Asche, in welcher nach ungefähr fünf bis zehn Sekunden die ersten Blitze aufflackern und die Luft spürbar und hörbar zum Knistern bringen. Ein purer Gänsehautmoment.

Mehrere Faktoren scheinen für die Entstehung dieser Blitze verantwortlich zu sein. Zum einen der Gasdruck, also die Wucht der Explosion. Zum anderen die Korngröße der Vulkanasche – wobei gilt, dass je feiner die Asche desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für einen Blitz. Auch spielen die atmosphärischen Bedingungen eine Rolle. Durch den Zusammenstoß bzw. der Reibung der Aschepartikel bauen sich elektrische Ladungen in der Asche auf – ähnlich wie es bei normalen Gewittern mit Eiskristallen passiert. Dieses Spannungsfeld entlädt sich dann in den genannten Blitzen.

Nach einer Theorie sind vulkanische Blitze auch für die Entstehung des Lebens auf der Erde verantwortlich. Vor 3,8 Milliarden Jahren sind in der anorganischen Ursuppe unseres einem Feuerball gleichenden Planeten, unter Zuführung von der Energie dieser Blitze, die ersten organischen Moleküle entstanden. Diese sind in dem von den Vulkanen ausgespuckten Wasserdampf erhalten geblieben. Dieser Dampf ist anschließend Millionen Jahre lang als Regen vom Himmel gefallen und hat den Urozean gebildet. In dessen Tiefen hat sich dann die weitere Entwicklung dieser ersten Bausteine des Lebens bis hin zu den ersten Einzellern vollzogen. 

Bei der Vulkan-Fotografie (mehr dazu findet Ihr HIER, HIER sowie bei FotoTV) gibt es eigentlich nur ein einziges Geheimnis: Geduld. Warten, warten, warten. Stunden-, ja nächtelang. Immer mit der Hand am Auslöser, direkt an der Kamera stehend. Bloß nicht DEN EINEN Moment verpassen. Immer konzentriert und fokussiert bleiben. Egal wie müde man ist. Egal wie kalt es ist. Immer in der Hoffnung „gleich passiert es“. Bis es dann tatsächlich passiert, ohne Vorwarnung.

In diesem Fall um 0530 Uhr morgens. Die blaue Stunde war bereits angebrochen, so dass das Bild eigentlich leider etwas überbelichtet ist. In der schnell heller werdenden Umgebung war es schwierig immer genau den passenden Zeitpunkt zu finden, um die ISO Zahl entsprechend nach unten zu korrigieren. So ist dieses Bild mit ISO 800 bei Blende f4 und einer Belichtungszeit von 28 Sekunden entstanden. Eine kürze Belichtungszeit war nicht möglich, da sich die vulkanischen Blitze immer erst spät im Verlauf einer Eruption bilden. Direkt nach dem ersten Blitz habe ich die Belichtung abgebrochen, jedoch wären in diesem Fall ISO 400 die deutlich bessere Wahl gewesen. Dank RAW-Format und moderner Bildbearbeitung konnte ich das Bild zum Glück jedoch noch halbwegs retten.

Wie man Wetterblitze fotografiert verrate ich Euch HIER, weitere naturgewaltige Bilder und Ihre Geschichten findet Ihr HIER.