Mindestens einmal im Jahr ist Wunschzeit. Damit meine ich nicht Euren Geburtstag oder Weihnachten, sondern den Sternschnuppenschwarm der Perseiden. Immer um den 12. August herum erlaubt dieser bis zu 100 Wünsche pro Stunde – welche natürlich nur in Erfüllung gehen, wenn Ihr sie niemandem verratet 😉

So lautet zumindest der Aberglaube. Früher sahen die Menschen in den Sternschnuppen göttliche Lichtfunken bzw. brennende Kerzendochte, welche den Engeln beim Putzen der Himmelskerzen herunterfielen. Und hofften auf einen helfenden Engel, wenn sie beim Anblick einer Sternschnuppe einen stillen Wunsch äußerten.

Wobei Sternschnuppen nicht überall auf der Welt Gutes verheißen. In der Mongolei gelten sie zum Beispiel als Seelen der Verstorbenen auf ihrer Reise ins Jenseits und werden als Unglückszeichen gedeutet.

Nüchtern betrachtet sind Sternschnuppen allerdings nichts anderes als winzige durch das All sausende Objekte, von wenigen Millimetern klein bis ein paar Meter groß. Solange sich diese noch im Weltall befinden heißen sie übrigens noch Meteoroiden. Erst mit dem Eintritt in die Erdatmosphäre werden sie zum Meteor. Durch die Reibung in der Hochatmosphäre und die dabei entstehenden extremen Temperaturen verglühen die Meteore in einer Höhe von 100 km und werden als Sternschnuppe sichtbar. Verglüht ein Meteor dabei nicht vollständig und kommt auf der Erde auf, so nennt man diesen Rest dann Meteorit – den Unterschied zu Kometen und Asteroiden erkläre ich HIER.

Verantwortlich für die Perseiden Sternschnuppen ist der Komet 190P/Swift-Tuttle. Dieser umkreist in einer elliptischen Umlaufbahn die Sonne und hinterlässt dabei mit seinem Schweif jede Menge kleinster Staubteilchen im All. Jedes Jahr im August durchkreuzen wir mit unserer Erde diesen Staub und kommen so in den Genuss dieses fantastischen Wunschkonzertes.

Auch wenn die Perseiden aus dem Sternbild Perseus, daher auch der Name, zu kommen scheinen, sind sie schwieriger zu fotografieren als man glauben könnte. Denn letztendlich können sie überall am Himmel auftauchen. Daher bleibt uns Fotografen nichts anderes übrig, als unsere Kamera – idealerweise zwei oder drei – mit möglichst viel Weitwinkel in die erwartete Richtung aufzustellen und eine Zeitraffer (Timelapse) Aufnahme zu starten. Als Orientierung für die korrekten Einstellungen sowie Rahmenbedingungen können dabei die Einstellungen für die Fotografie der Milchstraße dienen, welche ich HIER ausführlich erkläre.

Nach dem Aufbau der Kamera(s) heißt es warten – nehmt Euch daher eine bequeme Sitzgelegenheit, warme Kleidung sowie etwas Verpflegung mit – und erst einmal mit den eigenen Augen zu genießen. Und hoffen, dass die eine oder andere Schnuppe direkt vor die aufgebaute Linse fällt. Ich selber habe die Perseiden in diesem Jahr an der Nordsee aufgenommen und in den knapp zwei Stunden völliger Dunkelheit (zwischen Sonnenuntergang und Mondaufgang) bestimmt 30 und mehr Sternschnuppen gesehen und davon gerade einmal sieben mit der Kamera erwischt.

Auf einem einzelnen Foto ist eine Sternschuppe dazu häufig sehr schwer von einer Satellitenspur zu unterscheiden. Selten zeigen sich die Meteoriten nämlich eindeutig mit hellem explodierendem Kopf wie auf dem Foto dieses Artikels. Meistens sieht man auf den Bildern nur eine dünne weiße Spur, welche sich im Gegensatz zu einer gleichmäßig dicken Satellitenspur etwas unregelmäßiger und mit dünnerem Anfang und Ende darstellt.

Bilder von einzelnen Sternschnuppen sind daher auch selten wirklich so spektakulär wie die Beispielaufnahme hier. Interessanter wird so ein Foto, wenn wir alle mit der Zeitraffer-Methode erwischten Meteoriten zu einer Aufnahme montieren – so wie HIER.

Eine feine Übersicht über die anstehenden sowie Infos zu allen jährlichen Sternschnuppenregen findet Ihr bei timeanddate.